05.11.2026

Energiepreise 2026: EIB-Studie zeigt Belastung

Hohe Energiepreise beeinflussen längst nicht mehr nur die monatlichen Ausgaben. Sie verändern den Alltag vieler Menschen und erhöhen gleichzeitig den wirtschaftlichen Druck auf Unternehmen. Eine aktuelle Studie der Europäischen Investitionsbank (EIB) zeigt das Ausmaß der Belastung in Deutschland.

Energiepreise in Deutschland: Zwei Drittel spüren deutliche Kaufkraftverluste

Die am 5. November 2026 veröffentlichte Klimaumfrage der Europäischen Investitionsbank zeigt, wie stark gestiegene Energiepreise die Menschen in Deutschland treffen.

Laut der Befragung berichten 66 Prozent der Befragten in Deutschland, dass höhere Preise für Strom, Gas, Heizöl oder Kraftstoffe ihre Kaufkraft in den vergangenen zwölf Monaten erheblich eingeschränkt haben.

Die Folgen reichen weit über das Energiesparen im Haushalt hinaus:

  • 44 Prozent haben notwendige Autofahrten eingeschränkt, etwa für Einkäufe oder Arztbesuche.
  • 40 Prozent haben ihre Ausgaben für Lebensmittel oder Gesundheit reduziert.
  • 42 Prozent haben ihre Heizung heruntergedreht, um Energiekosten zu sparen.
  • 10 Prozent haben sich verschuldet, finanzielle Unterstützung gesucht oder die Bezahlung einer Energierechnung aufgeschoben.

Die Ergebnisse verdeutlichen: Steigende Energiepreise können grundlegende Lebensbereiche beeinflussen.

Quelle: Europäische Investitionsbank (EIB), 8. Klimaumfrage, 05.11.2026.

Warum hohe Energiepreise auch den Mittelstand betreffen

Was private Haushalte unmittelbar spüren, stellt auch Unternehmen vor wirtschaftliche Herausforderungen.

Insbesondere Betriebe mit hohem Strom- oder Gasverbrauch müssen ihre Energiekosten bei der Kalkulation von Produkten, Dienstleistungen und Investitionen berücksichtigen.

Für energieintensive Branchen wie die Lebensmittelproduktion, Brauereien, Molkereien, Kunststoffverarbeitung oder Logistik kann bereits eine vergleichsweise geringe Veränderung des Energiepreises erhebliche Auswirkungen auf die jährlichen Kosten haben.

Rechenbeispiel: Was bedeutet 1 Cent mehr pro Kilowattstunde?

Ein Unternehmen mit einem Jahresstromverbrauch von 500.000 Kilowattstunden zahlt bei einem um 1 Cent pro Kilowattstunde höheren Arbeitspreis jährlich 5.000 Euro mehr – bei unverändertem Verbrauch.

Bei zwei Millionen Kilowattstunden entspricht dieselbe Preisdifferenz bereits 20.000 Euro pro Jahr.

Die Beispielrechnung berücksichtigt ausschließlich den Unterschied beim Arbeitspreis, nicht weitere Preisbestandteile.

Damit wird deutlich: Die strukturierte Beschaffung und regelmäßige Überprüfung von Energieverträgen sind wichtige Bestandteile einer wirtschaftlichen Unternehmensführung.

Mehr erfahren: Gewerbestrom für Unternehmen vergleichen und Beschaffung optimieren.

Energiewende: Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie werden wichtiger

Die EIB-Studie zeigt auch, welche Erwartungen die Menschen in Deutschland an die Energiewende haben.

  • 79 Prozent erwarten eine geringere Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas.
  • 76 Prozent wünschen sich stabilere oder niedrigere Energiepreise.
  • 74 Prozent erwarten, dass die Energiewende zur Begrenzung des Klimawandels beiträgt.

Diese Erwartungen zeigen, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet werden müssen.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine zukunftsfähige Energieversorgung sollte nicht ausschließlich nach ökologischen Kriterien beurteilt werden. Entscheidend sind auch langfristige Kosten, verlässliche Lieferstrukturen und wirtschaftliche Planbarkeit.

Wie können Unternehmen ihre Energiekosten senken?

Für mittelständische Unternehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihre Energiekosten systematisch zu überprüfen und zu optimieren.

1. Strom- und Gasverträge regelmäßig analysieren

Energieverträge sollten nicht erst kurz vor ihrem Ablauf überprüft werden.

Neben dem Arbeitspreis sind unter anderem Vertragslaufzeiten, Verbrauchsprofile, Preisbestandteile und Beschaffungsmodelle relevant.

Abhängig von der individuellen Situation können Festpreismodelle, Tranchenbeschaffung oder spotmarktbasierte Lösungen infrage kommen.

Weiterführende Informationen:

2. Energieverbrauch und Lastspitzen auswerten

Besonders bei Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM) liefert die Analyse der Verbrauchsdaten wichtige Erkenntnisse.

Lastspitzen, zeitliche Verbrauchsmuster und die tatsächliche Nutzung elektrischer Anlagen können Ansatzpunkte für eine wirtschaftliche Optimierung bieten.

Ein professionelles Energieaudit kann helfen, Einsparpotenziale systematisch zu identifizieren und Maßnahmen wirtschaftlich zu bewerten.

Mehr dazu: Energieaudits für Unternehmen.

3. Gewerbliche Photovoltaik wirtschaftlich prüfen

Unternehmen mit geeigneten Dachflächen können einen Teil ihres Strombedarfs durch selbst erzeugten Solarstrom decken.

Ob sich eine Photovoltaikanlage rechnet, hängt unter anderem von Stromverbrauch, Lastprofil, Investitionskosten, Eigenverbrauchsquote und den technischen Rahmenbedingungen ab.

Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung schafft hier eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Weitere Informationen: Gewerbliche Photovoltaik für mittelständische Unternehmen.

SEICON Energy: Energiekosten strukturiert optimieren

SEICON Energy unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, ihre Energieversorgung wirtschaftlich zu analysieren und geeignete Lösungen zu entwickeln.

Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem:

  • Gewerbestrom und Gewerbegas: Analyse bestehender Lieferverträge und Prüfung geeigneter Beschaffungsmodelle.
  • Gewerbliche Photovoltaik: Wirtschaftliche Bewertung und Umsetzung von PV-Lösungen.
  • Energieaudits: Untersuchung des Energieverbrauchs und Identifikation möglicher Effizienzmaßnahmen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine einzelne Technologie, sondern die wirtschaftliche Gesamtsituation des Unternehmens.

Fazit: Bezahlbare Energie ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit

Die EIB-Studie 2026 macht deutlich, wie weitreichend die Auswirkungen hoher Energiepreise in Deutschland sind.

Wenn Menschen notwendige Fahrten einschränken oder bei grundlegenden Ausgaben sparen, zeigt das die gesellschaftliche Dimension der Energiekosten.

Für den Mittelstand steht zugleich die Frage im Mittelpunkt, wie Energie dauerhaft wirtschaftlich, planbar und zuverlässig beschafft werden kann.

Die Energiewende muss deshalb nicht nur ökologisch sinnvoll sein. Sie muss auch wirtschaftlich funktionieren.

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Häufige Fragen zu Energiepreisen und Energiekosten

Wie stark belasten die Energiepreise 2026 die Menschen in Deutschland?

Laut der im November 2026 veröffentlichten EIB-Klimaumfrage geben 66 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass gestiegene Energiepreise ihre Kaufkraft in den vergangenen zwölf Monaten erheblich reduziert haben.

Wie können Unternehmen ihre Stromkosten senken?

Mögliche Maßnahmen sind die Überprüfung bestehender Energieverträge, die Auswahl geeigneter Beschaffungsmodelle, die Analyse von Lastprofilen, die Optimierung des Energieverbrauchs und die Prüfung einer eigenen Photovoltaikanlage.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage für Unternehmen?

Die Wirtschaftlichkeit hängt insbesondere vom Stromverbrauch, dem Lastprofil, den verfügbaren Flächen, den Investitionskosten und dem Anteil des selbst genutzten Solarstroms ab. Eine individuelle Berechnung ist erforderlich.

Warum ist eine strukturierte Energiebeschaffung wichtig?

Sie ermöglicht es Unternehmen, verschiedene Vertrags- und Preismodelle systematisch zu vergleichen, Beschaffungsrisiken zu bewerten und Energiekosten besser zu planen.


Quelle und Methodik: Europäische Investitionsbank (EIB), 8. Klimaumfrage, veröffentlicht am 5. November 2026. Befragung durch Ipsos bva vom 3. bis 25. August 2026 unter 23.000 Personen ab 16 Jahren in 27 EU-Mitgliedstaaten, davon 1.000 in Deutschland. Die Ergebnisse wurden bevölkerungsrepräsentativ gewichtet.

Originalstudie der Europäischen Investitionsbank lesen